Re: Wie baue ich ungeschickte Dokumente? - Abschreckende Beispiele gesucht
Hallo
>Aber: Ist es der richtige Weg, solche Verrenkungen überhaupt
>durchzuführen?
In der heutigen Zeit der einzig gangbare - meiner Meinung nach.
>durchzuführen? Also, ernsthaft: Als ehemaliger Layouter in einer
kleinen
>Agentur kann ich nur sagen, dass ich mit solchen Kunden möglichst
nichts
>zu tun haben möchte.
Ehemaliger? Kleine Agentur?
Tja, wir sind ein Verlag, der genau davon lebt, dass Leute auch dann eine gute
Anzeige ins Blatt bekommen, wenn sie weder über gute Fähigkeiten noch
Programme
verfügen und sich keine Agentur leisten können. Sprich: Metzger,
kleinere
Händler usw.
Ich halte es für arrogant und selbstschädigend, wenn man sowas
ablehnt, wofür
ist ein Servicebetrieb denn da? Wenn der Metzger das irgendwann wirklich selbst
kann, brauch er mich nicht mehr. Der soll besser gute Wurst machen, weil das
kann ich nicht.
In der Realität bin ich immer froh, wenn ich was geliefert bekomme, weil
ich
dann weniger tippen muß. Ob ich dann nur den Text verwende und die
Anzeige
komplett neu baue oder die Wordanzeige selbst gebrauchsfähig bastle
(dauert oft
am längsten, selbst wenn sie nur 1 cm zu breit ist) oder die Anzeige in
ein
anderes Programm transferiere, muß ich von Einzelfall zu Einzelfall
entscheiden, je nachdem was schneller geht.
>In den meisten Fällen ist es schade um das Papier,
>auf dem solch ein Rotz gedruckt wird.
Werbung hat trotz des Idealismus der grafischen Zunft durchaus auch eine
Funktion. Das gedruckte bringt dem Verlag Geld, von dem er mich bezahlt, und
wenn das Angebot gut ist, kriegt der Metzger auch Geld dadurch. Es ist
übrigens
keineswegs so, dass ein falsch gesetzter Apostroph im Logo das verhindert, auch
wenn wir dabei die Krätze kriegen.
>Glücklicherweise befinden wir uns heute in der Situation, dass die
Leute
>erkannt haben, dass der Abteilungsleiter denn doch nicht schnell die
>neue Firmenbroschüre nach Feierabend in Word zusammennageln kann.
Bei uns haben sie das nicht, aber selbst dann kann man das vorhandene Zeugs
immer noch verwenden, es ist oft besser als ein Scribble mit unleserlicher
Schrift.
>Einen unserer Kunden haben wir durchaus dazu bewegen können, uns den
>Excel-Job nur *einmal* zu geben und danach mit PDFs für die
Korrekturen
>und Änderungen zu arbeiten
Tja, ich wollte Kunden PDFs schicken. Die waren mit dem Runterladen von
Anhängen schon überfordert, bzw. wollten davon gar nix wissen. Und
bei
Doppelklick auf PDF kommt bei denen "Wählen Sie das Programmm aus,
mit dem Sie
die Datei öffnen möchten". Ich hab denen dann sogar einen Link
zum Downloaden
von Acrobat Reader mitgegeben, das "können" sie aber auch nicht.
Außerdem, Korrekturen? Du verlangst von dem Kunden, sich ein Programm
für 400
Euro oder mehr anzuschaffen, nur für die Anzeigen? Das können viele
heutzutage
nicht mehr, die müssen die Beiträge für ihr Personal bezahlen.
>P.S.: auch eine Alternative: der Import in InDesign
>
Es ging jetzt um grafische Anzeigen, die man nicht nochmal nachbauen will.
Torben
Moege der Inhalt wichtiger sein als die Form