Schriftsatzmaße und Umrechnungen
Hallo,
ich bin heute
Hallo Christian,
schöne Weihnachen noch.
Im Grunde ist die Frage überflüssig, weil heutzutage auch nach DIN in
mm
gerechnet wird. Wenn du in DTP-Programmen Didot- oder Pica-Punkte eingibst,
werden sie ins metrische System umgerechnet, wobei wohl unterschiedliche
DTP-Programme unterschiedliche Werte annehmen. Hier etwas zum Didot-Punkt:
"Für die Bertholdsche Präzisionsarbeit spricht der 1878 von
führenden
Schriftgießereien erteilte Auftrag, die ungenau gewordene Einheit des
Didotsystems auf der Grundlage des Meters neu festzulegen. Ein Meter wurde
damals mit 2660 typographischen Punkten gleichgesetzt." (aus:
Druckschriften
der Gegenwart, Blersch-Verlag, 1966).
Der Pica-Punkt wurde dann von IBM im Zusammenhang mit dem Composer
eingeführt,
Grundlage war hier nicht der Meter, sondern der Zoll, wenn ich mich recht
erinnere. Aber im Grunde ist das alles Geschichte. Wenn von 0,375 mm
Schriftgröße geredet wird, ist es also nicht Didot- oder Pica, es
ist der
metrische Punkt.
Gruß Fritz
Christian Eyrich wrote:
> Hallo,
>
> ich bin heute über den recht wirren Eintrag
"Schriftsatzmaße" in der
> Wikipedia gestolpert. Mal abgesehen daß die Sache um Didot-, DTP-,
Pica-
> usw. Punkt an sich recht kaotisch ist, scheinen in dem Artikel einige
> Fehler zu stecken.
>
> Bei meinen Netzrecherchen um korrekte Werte herauszufinden bin ich auch
> auf einige Unklarheiten gestoßen, und so hoffe ich hier zumindest
etwas
> Aufklärung zu finden.
> Ich hoffe, daß hier einige Leute aus der Praxis (oder
verlässlichen
> Büchern) berichten können und nicht auf Internetrecherchen
angewiesen sind.
>
> Zuerst steht in der Wikipedia "Das zugrunde gelegte Maß ist
hier der
> Didot-Punkt (dd, p) mit etwa 0,376065 mm oder seit 1955 der metrische
> Punkt (P) mit genau 0,375 mm." Die Jahreszahl konnte ich nirgends
> bestätigt finden, aber mehrere Quellen schreiben von 1973.
>
> Weiterhin schreiben mehrere Quellen davon, daß damals der
Didot-Punkt
> zur besseren Umrechnung auf 0,375 mm abgerundet wurde. Auch von einer
> zwischenzeitlichen (1879 durch u.a. Hermann Berthold) Rundung auf 0,376
> mm ist die Rede.
>
> Welches Datum zur Abrundung auf 0,375 mm stimmt nun? Und gibt es die
> Bezeichnung "metrischer Punkt" in der Praxis überhaupt
für einen Punkt
> dieser Größe? Oder heißt der 0,375 mm große Punkt
immer noch Didot (was
> natürlich weiter zur Verwirrung beitragen kann, aber das macht den
Kohl
> auch nicht mehr fett)?
>
> Christian
--
Marc Twain: "Man kann die Erkenntnisse der Medizin
auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist
unschädlich."
http://aloevera-sw.de/jung/
http://eunet24.com/office/de1/intro-html/index.php?id=FJ7613
Habe dieses noch gefunden, man sieht: die Zeit spielt auch eine Rolle. Lag mit
"Zoll" natürlich falsch, meinte auch "Inch".
Gruß Fritz
Das typographische System (Schriftsatz) hat als Grundlage zwei
Maßeinheiten,
den
Christian Eyrich wrote:
Witzig, ich arbeite auch gerade wieder mal an dem Thema ...
> Zuerst steht in der Wikipedia "Das zugrunde gelegte Maß ist
hier
> der Didot-Punkt (dd, p) mit etwa 0,376065 mm oder seit 1955 der
> metrische Punkt (P) mit genau 0,375 mm." Die Jahreszahl konnte ich
> nirgends bestätigt finden, aber mehrere Quellen schreiben von 1973.
Der Leitfaden für Schriftsetzer (4. Auflage, 1984, Verband der
Druckindustrie) meint dazu:
"Es ist in Frankreich von Fournier und Didot geschaffen worden. Didot
brachte die Arbeiten um 1800 zum Abschluss, ... Grundlage und kleinste
Einheit ist der typografische Punkt, der vom französischen Fuß
abgeleitet ist. ...
Nach der Ausführungsverordnung zum Gesetz über Einheiten im Messwesen
vom 26.6.1970 darf jedoch der typografische Punkt (p) für satztechnische
Angaben seit 1.1.1978 im geschäftlichen und amtlichen Verkehr nicht mehr
verwendet werden. Da im Bleisatz auf Grund des vorhandenen Materials
innerbetrieblich auf die Didot-Maßangabe nicht verzichtet werden kann,
hat der Bundesverband Druck eine Umrechnungstabelle für den amtlichen
und geschäftlichen Kundenverkehr geschaffen. Der kleinste Messwert
sollte dabei 0,25 mm betragen. Um diese Abstufung bei Umrechnungen zu
erreichen, wurde der typografische Punkt für den externen Verkehr auf
0,375 mm gerundet. ..."
> Weiterhin schreiben mehrere Quellen davon, daß damals der Didot-
> Punkt zur besseren Umrechnung auf 0,375 mm abgerundet wurde. Auch
> von einer zwischenzeitlichen (1879 durch u.a. Hermann Berthold)
> Rundung auf 0,376 mm ist die Rede.
Hierzu vielleicht noch nen Auszug aus meinen eigenen Aufzeichnungen
anläßlich eines Vortrages von G.G. Lange (Ravensburg, 1989),
seinerzeit
Leiter der Schriftenabteilung eines großen Satzgeräteherstellers:
"Die Entstehung des typografischen Maßsystems
1737 schuf der Pariser Schriftgießer Pierre Simon Fournier ein
einheitliches Maßsystem für Druckereien; wegen
Umrechnungsschwierigkeiten konnte es sich jedoch nicht durchsetzen. 1785
griff der Pariser Schriftgießer Firmin Didot den Gedanken Fourniers auf
und schuf auf der Grundlage des damaligen französischen Landesmaßes,
dem
Fuß des Königs, das typografische Maßsystem (1 Fuß = 12
Zoll, 1 Zoll =
12 Linien, 1 Linie = 12 Punkte, 2 Punkte = 1 typografischer Punkt
(0,376065 mm)).
Nach Einführung des metrischen Systems in Deutschland 1873 wurde Hermann
Berthold beauftragt ein Maßsystem zu schaffen. Er rechnete das
Didot-System auf das metrische um und 1879 wurde es bei uns als
verbindliches Maßsystem eingeführt (1 Punkt = 0,376 oder 3/8 mm, 1
mm =
2,66 Punkt).
Gruß, Detlev.
Detlev Kirchhoff wrote:
> Nach Einf
Danke euch allen f
Lars K